verhätnisse verbessern! (Liste 2)

Wir sehen immer wieder, wie unsere Lebens-, Arbeits- und Studiumsbedingungen von allen Seiten angegriffen werden. Wir wollen uns dagegen wehren, diese verteidigen und radikal ausbauen! Wir wollen proaktiv Verbesserungen fordern. Es mag banal klingen, doch wir fordern das gute Leben und das gute Studium!
Lebensverhältnisse verbessern
Die Lebensverhältnisse von Studierenden werden gerade auch in Folge von Sparpolitik immer  weiter präkarisiert. Dagegen muss angekämpft werden.
  • Prämienverbilligungen sind ein legitimes Anrecht der meisten Studierenden als Geringverdienende. Doch in vielen Kantonen wurden diese in letzter Zeit restriktiver vergeben.
  • Stipendien: Ein Studium kann ohne finanzielle Unterstützung nicht gemacht werden. Wer von den Eltern nicht ausreichen unterstützt wird/werden kann, soll Stipendien bekommen. Diese Bedingungen dafür dürfen nicht erschwert werden und die Bearbeitungszeit muss deutlich kürzer werden.
  • Keine Stipendien durch Darlehen ersetzen: Zuletzt wurde im Kanton Aargau ein Splitting Modell eingeführt. Das heisst, dass Studierende einen Teil der bezogenen Stipendien nach dem Studium zurückbezahlen müssen. Wir sollen keine britischen oder US-amerikanischen Verhältnisse! Junge Menschen sollten sich nicht schon zu Beginn ihres Lebens für die Möglichkeit studieren zu können, verschulden müssen!
  • Bezahlbarer Wohnraum: Gerade in der Stadt Zürich ist Wohnraum selten und teuer. Dies merken Studierende mit ihren knappen finanziellen Möglichkeiten spezifisch. Diese Forderung verbindet sich mit der Förderung von studentischem Wohnraum, wie durch die WOKO, entsprechenden Initiativen auf offiziell-politischer Ebene, aber auch dem Widerstand gegen Spekulation und Gentrifizierung.
Studienverhältnisse verbessern
Bologna, Ökonomisierung und Verschulung haben wir satt; wir stehen für ein freies und gutes Studium ein.
  • Studiengebühren abschaffen: Viele Hochschulen haben gezeigt, dass sie auch ohne Studiengebühren funktionieren. Da alle Menschen das Recht auf Bildung haben, gilt es die Abschaffung von Studiengebühren zu fordern. Weil dies aber unter den momentanen politischen Verhältnissen schwierig zu erreichen ist, gilt es in erster Linie Erhöhungen von Studiengebühren zu bekämpfen! Die Forderung nach Erhöhung kommt immer wieder auf und ist eine reale Bedrohung.
  • Freiheit statt Überregulierung: Bologna hat das Studium immer weiter verschult. Mit den neusten Anpassungen (Bologna 2020) wurden erneut Freiheiten genommen. Wir studieren aber aus Interesse am Fach und brauchen keine überregulierten Studienordnungen und Mustercurricula. Wissensdurst und Studienfreude statt Bürokratie!
  • Nichtlineare Studiumsverläufe berücksichtigen: Leistungsdruck, Studienzeitbeschränkung und Pflichtmodule zu vorgegebenen Zeiten ohne Podcasts erschweren das Studieren für viele massiv. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass Studierende wegen Lohnarbeit, Care-Aufgaben, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen oder Krankheiten sich nicht einzig und vollständig auf das Studium konzentrieren können.
  • Bildung statt Ausbildung: Im Studium sollte das Interesse am Fach und das kritische Denken im Zentrum stehen. Stattdessen wird vermehrt auf die Interessen der Wirtschaft und dem reinen Erlernen von Inhalten gesetzt. Diese Tendenz muss bekämpft und das Ruder rumgerissen werden!
  • Bibliotheken den Büchern und Räume den Studierenden: Mit der geplanten Umstruktierung des Bibliothekenwesens ist angedacht, dass viele Bücher aus den Regalen verschwinden. Es fehlt in dieser Konzeption das Verständnis dafür, dass wir einige Bücher in mehrfacher Ausführung brauchen oder einige jederzeit in der Bibliothek unmittelbar zugänglich sein müssen. Es droht auch, dass die Nähe von Bibliothek und Seminar/Institut verloren gehen könnte. Hier braucht es eine starke Stimme der Studierenden, um Veränderung in negativer Richtung entgegen zu halten. Auch weitere Räume an dieser Universität sollen wir (mit)gestalten können!
  • Drittmittel kritisch betrachten: Auf die Initiative der kriPo ist ein Reglement an der Uni entstanden, dass zur Transparenz bei Drittmitteln verpflichtet. Doch Transparenz alleine schützt die Forschungs- und Lehrfreiheit noch nicht ausreichend. Dass Forschungsergebnisse oder -fragestellungen und Lehrinhalte vom Interesse der Geldgebenden nicht beeinflusst wird, sollte in absolut jedem Fall gewährleistet sein. Die Entwicklung, dass die öffentliche Unterstützung rückläufig ist und dadurch eine stärkere Ausrichtung auf Drittmittel verfolgt wird, ist eine gefährliche Tendenz!
Arbeitsverhätnisse verbessern
Viele Studierende sind abhängig von Lohnarbeit. Wir wollen die Anstellungsverhältnisse verbessern und fordern, dass Lohnarbeit mit dem Studium vereinbar ist.
  • Bessere Neben- und Temporärstellen: Studierende werden als prekarisierte Arbeitskräfte in diesen Stellen durch die Privatwirschaft ausgebeutet. Wir fordern bessere Arbeitsbedingungen!
  • Faire Tutorate: Die Bedingungen, unter denen Tutor*innen angestellt werden sind teils sehr unfair. Uneinheitliche Regelungen, schlechte Bezahlung, hoher Arbeitsaufwand, unfaire Vergabe und die Erledingung von privaten/nicht lehrveranstaltungsverwandten Aufträgen gehören zum Alltag vieler Tutor*in*innen. Das wollen wir verbessern!
  • Sinnvolle Praktika: In einem Praktikum müssen Studierende etwas sinnvolles Lernen und angemessen bezahlt werden. Praktikant*innen dürfen nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden!
  • Teilzeitstudium vereinfachen, nicht erschweren: Viele der jüngeren Veränderungen haben das Arbeiten neben dem Studieren erschwert. Die Lohnabhängigkeit der Studierenden sollte jedoch besser berücksichtigt werden.
Unabhängiger VSUZH
Um dies alles bestmöglichst zu verfolgen, braucht es einen starken und unabhängigen VSUZH. Deshalb fordern wir: 
  • Räteuni statt Unirat: Demokratische Mitsprache und Mitbestimmung in den universitären Gremien und Arbeitsgruppen: Die Studierenden werden in den Entscheidungen der Universität nur ungenügend miteinbezogen, wenn überhaupt. Egal, ob es um unser Studium geht oder die Räume, welche wir als grösste Gruppe benutzen, die Studierenden werden nur unverbindlich nach ihrer Meinung gefragt oder sind in starker Minderheit in Gremien vertreten.
  • Unabhängigkeit von der Universität: Da der VSUZH die Studierenden in den meisten Fällen gegenüber der Universität vertreten muss, ist es essentiell, dass er nicht in zu grosse Abhängigkeit ihr gegenüber gerät. 
  • Der VSUZH soll nicht zwischen Studierenden und Universität vermitteln; er steht für die Studierenden ein: Eine gute Zusammenarbeit mit den universitären Stellen und Entscheidungsträger*innen kann helfen und wichtig sein. Ein zu kollegialer Umgang ist aber nicht förderlich. Gewisse Forderungen müssen mit Nachdruck und nicht am Apero mit Händedruck vertreten werden!
  • - Eine starke Vernetzung: um die Interessen der Studierenden gut vertreten zu können ist ein schweizweiter Austausch und die Zusammmenarbeit zentral. So ist die Mitgliedschaft im VSS wichtig, aber auch die Beteiligung oder der Austausch mit anderen Organisationen oder Bündnissen.
  • Die weiteren studentischen Institutionen müssen unterstützt werden und möglichst studentisch bleiben: Die Darlehenskasse, die WOKO und die ZS, aber auch etwa die eigene neuere Rechtsberatung des VSUZH, sind äusserst wichtig für einzelne Studierende aber auch für die Studierendenschaft als Ganzes. Ein solches Debakel, wie es der Konkurs der ZSUZ darstellte, darf sich nie mehr wiederholen!
  • Kein Sponsoring des VSUZH durch private Firmen: Um die Meinung von Studierenden unverfälscht darstellen zu können, ist es zentral, dass der Verband sich nicht in Abhängigkeiten von Unternehmen verwickelt.